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Kapitälchen

Großbuchstaben in der Höhe von Kleinbuchstaben, in ihrer Strichstärke und Laufweite aber den Kleinbuchstaben entsprechen und so eine gleichmäßige Grauwirkung des Textbildes erzielen. In den meisten DTP-Programmen stehen keine echten Kapitälchen zur Verfügung, sondern Pseudo- oder Falsche Kapitälchen. Diese bestehen aus Großbuchstaben kleinerer Schriftgrade und sind in der Regel größer als die Mittelhöhe, außerdem sind Strichstärke und Laufweite geringer und ihre Wirkung entsprechend schwächer als bei echten Kapitälchen. Echte Kapitälchen sind in Expert-Fonts enthalten.

Karolingische Minuskel

Bis weit ins Mittelalter hinein gebräuchliche, gut lesbare Buchschrift der Karolingerzeit; Vorläufer unserer heutigen Kleinbuchstaben, da sie von den Gelehrten der Renaissance irrtümlich für antik gehalten wurde. Benannt nach Karl dem Großen.

Kegel

Schriftkegel; Fiktiver Kegel

Kerning

Bezeichnung für Unterschneidung, optische Angleichung des Zwischenraums von kritischen Buchstabenbegegnungen an die Laufweite.

Klassifikation der Druckschriften

Einteilung der Druckschriften in Schriftgattungen nach formalen und schriftgeschichtlichen Gesichtspunkten. Neben der in Deutschland gebräuchlichen DIN 16518 setzt sich für die Schriften des lateinischen Alphabets immer mehr die Klassifizierung der Association Typographique Internationale durch:

  • Renaissance-Antiqua,
  • Barock-Antiqua,
  • Klassizistische Antiqua,
  • Serifenbetonte Antiqua,
  • Serifenlose Antiqua,
  • Antiqua-Varianten,
  • Schreibschriften,
  • Gebrochene Schriften.

Beide Klassifikationssysteme sind jedoch für Laien nicht leicht zu durchschauen, da sie nicht die Einsatzmöglichkeiten der betreffenden Schriften erkennen lassen. Diese würden durch ein mehrstufiges System, das u.a. zwischen humanistischem und klassizistischem Formprinzip unterscheidet.

Klassizistische Antiqua

Schriftklasse IV; Schriften mit formstrengen, dem Kupferstich nahestehenden Zügen vor allem französischen (Didot) und italienischen (Bodoni) Ursprungs, entstanden um 1800. Merkmale: starker Kontrast zwischen Grundstrichen und Haarstrichen, rechtwinklig angesetzte Serifen, senkrecht stehende Achse der Rundungen und symmetrischer Aufbau der Buchstaben; durch starke Betonung der Senkrechten erschwerte Lesbarkeit, daher eignen sich Schriften dieser Klasse nicht für umfangreiche Lesetexte.

klassizistisches Formprinzip

Auf Schriften der Klassizistischen Antiqua, der Älteren Grotesk und der Serifenbetonten Linear-Antiqua (Egyptienne) zutreffendes, eher statisches Formprinzip. Die Versalien sind annähernd von gleicher Breite, das O ist breit- oder schmaloval. Symmetrische Buchstabenformen und extremer Strichkontrast erinnern an den Kupferstich; weniger gute Leseschriften.

Kleinbuchstaben

Gemeine

Kolumne

lat. columna = die Säule: fertig umbrochene, justierte Druckseite.

Kolumnentitel

Lebender: kurze Inhaltsangabe etc. und Seitenzahl am Kopf einer Kolumne; wird wegen ihres optischen Gewichtes in den Satzspiegel einbezogen.

Toter: nur aus einer Seitenzahl (Pagina, Kolumnenziffer) bestehendes Element am Kopf oder Fuß der Kolumne; fällt optisch nicht ins Gewicht und wird daher nicht zum Satzspiegel gerechnet.

Kolumnenziffer

Pagina, Seitenzahl

kompreß

Ohne Durchschuß bzw. Zwischenraum gesetzter Text. Beträgt z.B. der Schriftgrad 10 Punkt, so ist beim kompressen Satz der Zeilenabstand ebenfalls 10 Punkt. Das heißt aber nicht unbedingt, daß sich dann Ober- und Unterlängen berühren: Je nach Schrift und Schrifthersteller ist der vertikale Raumbedarf (oder „fiktive Kegel“) mit berücksichtigt.

Kongenialität von Schrift

Anmutung; auf peripheren grafischen Merkmalen beruhende assoziative Wirkung einer Schrift.

Konsultationsgrößen

Die Schriftgrade 5–8 Punkt für Textelemente geringeren Umfangs, mit denen sich das Auge nur kurz beschäftigen muß, die es kurz „konsultiert“.

Konturensatz

Im DTP automatisch erzeugbare Satzart, bei der die Satzränder den Formen eines Bildes folgen; in der Regel als Formensatz bezeichnet, könnte diese Satzart ebensogut Silhouettensatz heißen; dem Blocksatz verwandt.

Korrekturlesen

Vergleich des Textbildes einer Drucksache nach dem Setzen mit dem Typoskript. Die festgestellten Fehler werden im Text anhand von Korrekturzeichen markiert, diese Zeichen werden am Rand wiederholt und daneben die durchzuführende Korrektur vermerkt. Autorenkorrektur, Hauskorrektur.

Korrekturzeichen

System von z.T. kulturspezifischen Zeichen, die beim Korrekturlesen verwendet werden, um eine eindeutige und klare Korrektur des Textbildes einer Drucksache vor dem Druck zu gewährleisten. Für den deutschen Sprachraum sind diese Zeichen in DIN 16511 festgelegt, auf die sich der Duden 1 (Rechtschreibung) bezieht.

kritische Buchstabenverbindung (eigentl.: Buchstabenbegegnung)

Zusammentreffen zweier Buchstaben mit viel Fleisch, wodurch sich optisch an der Laufweite gemessen ein größerer Leerraum ergibt (AV, To, Va etc.); im Bleisatz durch Ausgleichen und in größeren Schriftgraden auch durch Unterschneiden, im DTP durch Kerning ausgeglichen.

Kulturspezifik

äußert sich in der Existenz sprachspezifischer Graphe (z. B. norw. ø für ö, dt. ß), in der Verwendung typografischer Zeichen (z.B. dt. „“ – engl. “ ”) und ihrer Frequenz, im Einsatz von Farben und Bildern, in der Gewichtung von Text und Bild, in der Verwendung von Papierformaten etc.

kursiv

Schriftschnitt, entstanden aus einer eigenständigen Schrift, der Kursive, die ihren Ursprung in der römischen Privathandschrift hat. Die Kursive wurde stilistisch der Antiqua angepaßt. Für einige Buchstaben verwendet der kursive Schriftschnitt andere Zeichen.

Kursivieren

Das Erzeugen einer Pseudo-Kursivschrift durch elektronisches Schrägstellen; von Typografen nicht empfohlen.

 

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